Es scheint so als würde der allgemeine Schlankheitswahn immer bizarrere Formen annehmen. Legen sich die Stars in Hollywood reihenweise unters Messer und hungern sich auf ein bedrohliches Gewicht hinunter, so scheinen nun manche Mütter den Magerwahn direkt auf ihre Kinder zu übertragen und zwar auf ihre ganz kleinen Kinder, wo man noch nicht wirklich von zu dick sprechen kann.
So gibt es in Los Angeles ein Fitnessstudio, das speziell auf Kinder ausgerichtet ist und nicht wirklich eine Altersgrenze zu haben scheint. Denn nun wurde bekannt, dass die durch ihre Probleme mit Magersucht und Drogen bekannte Nicole Richie ihre kleine Tochter Harlow im Alter von zwei Jahren bereits dort hinschickt! Früher hat man die Kinder einfach Toben lassen… Und sie ist bestimmt nicht die einzige Zweijährige dort.
Man kann übrigens auch nicht sagen, dass es sich hierbei um ein Phänomen der High Society handelt, denn in Großbritannien wurde gerade einer Mutter das Kind weggenommen, weil diese dem Säugling (!) nichts mehr zu essen gab mit der Begründung: „Mein Baby ist zu fett!“
Zeit, dass das aufhört. Ein normales Gewicht ist wichtig, aber es muss eben normal sein!
In Sachen Schönheitsideale scheint unsere Gesellschaft immer weiter auseinander zu treiben. Während die eine Hälfte der Kinder und Jugendlichen hoffnungslos zu dick ist, stürzen sich die anderen Teenies in den Magerwahn. Eine aktuelle Studie hat erschreckendes zu Tage gebracht:
Kinder und Jugendliche stürzen sich immer früher in den Schönheits- und Schlankheitswahn. Ein Großteil der Mädchen und Jungen im Alter zwischen 10 und 12 Jahren gibt an schon einmal eine Diät gemacht zu haben.
Und dabei scheinen sich die Schönheitsideale total verzerrt zu haben. Wirklich dünne Kinder und Jugendliche wollen noch schlanker sein, verweigern das Essen oder machen exzessiv Sport. Und das alles, weil sie so schön sein wollen wie ihre Idole in Musik, Film und Fernsehen.
Hier liegt es nun in der Verantwortung von Eltern und Schule den Kindern so früh wie möglich zu vermitteln, dass die gezeigten Bilder meist nicht echt sind, dass die Stars so perfekt erscheinen, weil sie von Profis in Szene gerückt werden und die Bilder retuschiert sind etc. Auch in Sachen Ernährung muss man den Kindern einiges beibringen.
Gerade in diesem Alter ist die richtige Ernährung entscheidend für den weiteren Lebensweg. Solch eine Einstellung kann schnell in einer Essstörung enden, die Kinder haben keine Chance ein gesundes Selbstbewusstsein zu entwickeln und werden sich auch später verzerrt wahrnehmen.
Der Berliner Senat hat in diesen Tagen beschlossen die Schulen bei der Bekämpfung von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen mehr einzubinden. Jedes fünfte Kind gilt in Deutschland als zu dick und bereits jeder dritte Jugendliche. Eine erschreckende Anzahl, weshalb eigentlich eine bundesweite Maßnahme von Nöten ist…
Das neue Programm sieht vor, den Sportunterricht auszuweiten, von bisher rund drei Stunden pro Woche auf eine täglich Sporteinheit. Zudem wird das Thema gesunde Ernährung mehr in den Fokus gerückt.
Eigentlich eine gute und löbliche Idee, das findet auch die Organisation Moby Dick, die Fettleibigkeit bei Kindern und Jugendlichen bekämpft. Nur weist sie auch darauf hin, dass man die Lehrer hier stärker schulen muss. Diese fühlten sich sonst im Stich gelassen, da gerade an Grundschulen sie keine ausgebildeten Sportlehrer seien.
Gerade bei übergewichtigen Kindern sind spezielle Übungen von Nöten… Ein guter Ansatz, der aber noch, vor allem auf bundesweiter Ebene, ausbaufähig ist.