Unsere Kinder und Jugendlichen werden immer dicker. Dies ist nicht nur bei uns ein großes Problem, sondern in vielen anderen Ländern dieser Welt auch. So manch ein Forscher spricht bereits von einer globalen Epidemie. Diese Tatsache ist uns allen schon länger bewusst, so dass in den Medien viel darüber berichtet wird. Schulen verbannen Süßigkeiten aus dem Pausenverkauf, es werden Präventionsprogramme und -kampagnen gestartet und auch über mehr Sport in der Schule wird gesprochen.
Was tun jedoch die Jugendlichen selbst um ihre überflüssigen Pfunde loszuwerden? Dazu haben US-Wissenschaftler 44.000 Daten zum Risikoverhalten von Schülern aus Philadelphia ausgewertet. Das Ergebnis zeigt, dass bei allen Kampagnen und Vorschlägen der Erwachsenen die meisten Teenies selbst nur wenig über gesunde Ernährung und Co. wissen.
So gaben bei den übergewichtigen Mädchen beispielsweise viele an, dass sie sich täglich eine Stunde bewegen würden, gleichzeitig sagten sie aber auch, dass sie rauchen und jeden Tag Softdrinks konsumieren würden. So wissen die Mädchen offenbar nicht, dass sie mit zwei Dosen Limo am Tag ihr Training quasi zunichte machen.
Grundsätzlich sei mangelnde Aufklärung und ein falsches Bild, das in den Medien von manchen Getränken und Nahrungsmitteln vermittelt würde, Schuld daran, dass Jugendliche von einer Kalorienfalle in die nächste tappen würden. Hinzu kommen dann noch die ständigen Berichte über Wunderdiäten und Co… Die Forscher fordern daher ein grundsätzliches Umdenken und mehr direkte Aufklärung.
So langsam scheinen sich die Zeiten in Sachen Abnehmen zu ändern. Immer mehr Experten stellen sich gegen Wunder-Diäten. Wer langfristig und gesund abnehmen will muss sich wohl oder übel bewusst machen, dass dies nur mit einer Ernährungsumstellung und ausreichend Sport möglich ist.
So warnt aktuell auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung vor Diäten, bei denen pauschal auf bestimmte Nährstoffe verzichtet werden soll oder bei dem nur ein Lebensmittel im Zentrum steht. Einseitige Diäten oder sogenannte Crash-Diäten können auf die Gesundheit negative Folgen haben. Rissige Haut oder spröde Fingernägel sind dabei nur der Anfang.
Vor allem weist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf die schlimmen Folgen von ungesunden Diäten bei Kindern und Jugendlichen hin. Wer Radikalkuren während seiner Wachstumsphase macht wird in den meisten Fällen sein Leben lang mit seinem Gewicht zu kämpfen haben. Essstörungen können dabei zudem entstehen. Übergewichtige Kinder und Jugendliche sollten also ebenso auf eine Ernährungsumstellung und Sport setzen, was am besten noch von einem Fachmann begleitet wird.
Immer wieder hört man in den Medien von dem schlechten Essverhalten von Kindern und Jugendlichen. Eine europaweite Studie wollte dies überprüfen und kam zu einem ziemlich erschreckenden Ergebnis. Im Schnitt besteht die Nahrung der Jugendlichen in Europa nur zu sieben Prozent aus pflanzlicher Kost, hingegen zu einem Fünftel aus Alkohol!
An der sogenannten Helena-Studie beteiligten sich die Länder Deutschland, Spanien, Frankreich, Ungarn, Griechenland, Italien, Belgien, Österreich, Schweden und Großbritannien Dabei wurde die Altersgruppe zwischen 13 und 17 Jahren auf ihre Ernährung, ihre gesundheitliche Verfassung und ihre körperliche Aktivität hin untersucht.
Jeder dritte Junge und jedes fünfte Mädchen in den genannten Ländern ist übergewichtig. Sechs Prozent sind fettsüchtig. Dabei fiel vor allem der geringe Obst- und Gemüsekonsum den Fachleuten auf: Nur jeder achte Junge und jedes sechste Mädchen kamen am Tag auf die empfohlene Menge. Der Konsum von Wurst und Fleisch ist hingegen viel zu hoch. Vor allem Deutschland fiel dabei besonders negativ auf. Hier essen die Jugendlichen deutlich mehr Fleisch als gesund ist.
Die meisten Jugendlichen sagten von sich, dass sie wüssten, dass gesunde Ernährung wichtig sei. Doch wie dies genau aussieht, konnten nur die wenigsten sagen. Die meisten waren davon überzeugt, dass gesundes Essen langweilig und nicht schmackhaft ist. Zudem würde es ihrer Ansicht nach den Hunger nicht stillen, zu teuer sein und zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Gleichzeitig sagten 85 Prozent der Jugendlichen, dass sie sich eher gesund ernährten. Nur fünf Prozent waren sich ihrer ungesunden Ernährung bewusst! Anhand dieser Daten wollen die Forscher nun an neuen Konzepten arbeiten um die Ernährung bei Jugendlichen zu verbessern.
Es gibt manche Zusammenhänge da wären wir wohl so nicht wirklich drauf gekommen… Israelische Wissenschaftler wollen nun herausgefunden haben, dass soziale Netzwerke wie Facebook bei Mädchen im Alter von 12 bis 19 Jahren sehr häufig Essstörungen begünstigen.
Mädchen in diesem Alter wurden für die Studie zu ihrem Medienkonsum, zu ihren Ernährungspraktiken und ihren Einstellungen zu Essen und Körpergewicht befragt. Und siehe da, zum einen beeinflussen alle Medien das Schönheitsbild der Mädchen. Mode und Musikprogramm würden ein falsches und gefährliches Schönheitsideal vermitteln.
Bis hierhin für die meisten wohl nichts Neues. Jedoch litten die Mädchen, die Facebook besonders häufig benutzten am meisten an Essstörungen wie Bulimie, Anorexie oder krassen Diäten. Es scheint also, dass man sich hier schneller und leichter gegenseitig in seinen Schönheitsbildern bestärkt. Zum anderen könnte es aber auch sein, dass Mädchen mit Essstörungen zu einem geringen Selbstwertgefühl neigen und daher ihren sozialen Umgang lieber in sozialen Netzwerken pflegen…
Wie direkt dieser Zusammenhang nun auch sein mag, wichtiger wäre doch in erster Linie die merkwürdigen Schönheitsideale unserer Gesellschaft zu hinterfragen. Oder?
In Sachen Schönheitsideale scheint unsere Gesellschaft immer weiter auseinander zu treiben. Während die eine Hälfte der Kinder und Jugendlichen hoffnungslos zu dick ist, stürzen sich die anderen Teenies in den Magerwahn. Eine aktuelle Studie hat erschreckendes zu Tage gebracht:
Kinder und Jugendliche stürzen sich immer früher in den Schönheits- und Schlankheitswahn. Ein Großteil der Mädchen und Jungen im Alter zwischen 10 und 12 Jahren gibt an schon einmal eine Diät gemacht zu haben.
Und dabei scheinen sich die Schönheitsideale total verzerrt zu haben. Wirklich dünne Kinder und Jugendliche wollen noch schlanker sein, verweigern das Essen oder machen exzessiv Sport. Und das alles, weil sie so schön sein wollen wie ihre Idole in Musik, Film und Fernsehen.
Hier liegt es nun in der Verantwortung von Eltern und Schule den Kindern so früh wie möglich zu vermitteln, dass die gezeigten Bilder meist nicht echt sind, dass die Stars so perfekt erscheinen, weil sie von Profis in Szene gerückt werden und die Bilder retuschiert sind etc. Auch in Sachen Ernährung muss man den Kindern einiges beibringen.
Gerade in diesem Alter ist die richtige Ernährung entscheidend für den weiteren Lebensweg. Solch eine Einstellung kann schnell in einer Essstörung enden, die Kinder haben keine Chance ein gesundes Selbstbewusstsein zu entwickeln und werden sich auch später verzerrt wahrnehmen.