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Artikel Tagged ‘Diät’

Abnehmen ohne zu Hungern

29. März 2009

Die nachstehenden Informationen werden Ihnen ein Thema nahe bringen, das – gerade bei Diäten – in ernährungstechnischer Hinsicht nicht beachtet wird. Unseren Nahrungsmitteln fehlen aufgrund ihrer Verarbeitung neben Vitaminen insbesondere Enzyme. Ihr Vorhandensein ist jedoch der Garant für einen reibungslosen Stoffwechsel, zu dem die rasche und effiziente Verwertung der Nahrung zählt.

Nur eine einwandfreie Verdauung verhindert, dass unverdaute Ausscheidungsprodukte im Darm zu Schadstoffen umgewandelt und im Körpergewebe als Fett (Schlacken) eingelagert werden, die im Anschluss zu Übergewicht führen.

Übergewichtig ohne erkennbare Ursache

Immer mehr Menschen machen die leidige Erfahrung, dass trotz eigener beachtlicher Maßnahmen – wie beispielsweise das Einhalten einer strengen Diät, die FDH- Methode, das Kalorien zählen etc.- nach anfänglichem geringem Gewichtsverlust keine weitere Gewichtsreduzierung mehr stattfindet.

Der daraus entstehende Frust bewirkt immer wieder einen Abbruch der meist kurzzeitigen Diät. Und das ist auch gut so, denn diese so genannten „Erfolgsdiäten“ funktionieren i.d.R. nicht und können je nach Art der gewählten Diät zu erheblichen Gesundheitsproblemen führen.

Wodurch entsteht Übergewicht?

Neben der mangelnden Bewegung essen wir heutzutage viel zu viele Nahrungsmittel, die keine oder nur sehr wenige Enzyme enthalten. So zum Beispiel:

• denaturierte Nahrungsmittel (gekocht, tiefgefroren, Mikrowelle etc.)
• industriell hergestellte Nahrungsmittel (Fertiggerichte etc.)
• Nahrungsmittel mit chemischen Zusatzstoffen in den Nahrungsmitteln
• zuckerhaltige Nahrungsmittel (in allen Fertigprodukten enthalten)

Gleichzeitig haben wir einen eklatanten Mangel an enzymatisch aktiven Lebensmitteln. Hierzu zählen im wesentlichen:

• Obst
• rohes Gemüse
• Salate
• Nüsse
• Sprossen etc.

Der Unterschied zwischen Lebens mitteln (nicht erhitzt, lebendig) und Nahrungs mitteln (denaturiert, tot) liegt insbesondere im Vorhandensein von Enzymen. Warum funktionieren herkömmliche Diäten nicht? Die meisten Diäten haben von Vornherein einen falschen Ansatz. Dazu muss man folgendes wissen:

Die Verwertung der Nahrung ist ein wesentlicher Stoffwechselvorgang, an dem bestimmte Verdauungsenzyme beteiligt sind. Sie spalten die Nahrung und zerkleinern sie derart, dass sie durch die winzigen Poren des Verdauungstraktes in das Blut eindringen kann. Auf diesem Weg werden die Nährstoffe den einzelnen Organen zugeführt. Jedes Verdauungsenzym hat dabei seine spezifische Aufgabe:

• Lipasen dienen dem Abbau von Fett
• Proteasen bauen Eiweiße im Körper ab
• Zellulasen helfen beim Abbau von Zellulose ( Ballaststoffe)
• Amylasen bauen Stärke ab

Die Nahrungsmittel, die diese wertvollen Enzyme enthalten, werden enzymatisch aktive Lebensmittel genannt. Nahezu keine Diät berücksichtigt den Stellenwert enzymatisch aktiver Lebensmittel für einen reibungslosen Stoffwechsel im Köper. Das jedoch ist eine essentielle Voraussetzung für eine erfolgreiche, dauerhafte Gewichtsreduktion.

Diät-Lexikon

Fett weg? Über Fettgewebe, Körperfettanteil, Fettverbrennung und Diät

9. Februar 2009

“Fett weg!” heißt der Schlachtruf, wenn es ans Diäthalten und Fasten geht. Die Speckrollen sind der Feind, den es hier zu bekämpfen gilt. Fett hat eine denkbar schlechte Presse. Dabei hat das Körperfett für den Menschen auch wichtige Funktionen, die über den reinen Energiespeicher hinausgehen. Wie ist Fettgewebe eigentlich aufgebaut, wie funktioniert die so genannte Fettverbrennung und ab wieviel Anteil Fettgewebe im Körper ist man wirklich übergewichtig?

Körperfettanteil

Eigentlich sagt die Waage ja recht wenig über den Gesundheits- und Übergewichtszustand eines Menschen aus. Trainierte Menschen wissen: Muskeln haben einiges Gewicht. So kann ein trainierter Mensch genau so schwer sein wie ein Untrainierter. Was sie unterscheidet, ist der Körperfettanteil. Mit diesem Wort meint man nichts anderes als den Anteil von Fettgewebe am gesamten Körpergewicht. Dieser schwankt je nach Alter, Trainingszustand und Konstitutionstyp. Es gibt für einen gesunden Körperfettanteil, wie überall, Richtwerte in Tabellenform. Ein Mann sollte nach diesen etwa 18-20% Körperfettanteil haben, eine Frau etwa 25%. Ein Körperfettanteil unter 5% ist schon gesundheitsgefährdend. Aber auch hier richtet sich der Körper nicht immer nach dem Lehrbuch. So gibt es durchaus Menschen mit 30% Körperfettanteil und darüber, die absolut gesund sind, und Bodybuilder im Trainingszustand, die 5% und darunter haben, ohne auf dem Zahnfleisch zu kriechen. Je älter man wird, desto höher liegt der Fettanteil. Das liegt am Abbau der Muskulatur im Laufe eines Lebens. Trainieren heißt also die Devise. Frauen haben einen leicht höheren Fettanteil, weil Schwangerschaft und Stillen eine erhebliche Menge Reserven fordert.


Fettgewebe

Die größte Menge Fettgewebe liegt direkt unter der Haut, es bilden sich aber auch Fettdepots um bestimmte Organe, wie beispielsweise die Niere, die damit in einer geschützten Kapsel liegt. Das Fett unter der Haut wirkt als eine Art Isolierschicht und natürlich als Energie-Reserve. Das Fettgewebe besteht aus Bindegewebe und darin eingelagerten Fettzellen und Blutgefäßen. Das ganze ist wunderbar gegliedert in kleine Läppchen. Eine Fettzelle sieht unter dem Mikroskop aus wie ein Siegelring, außen befindet sich der Zellkern und die Zellorganellen – die für die Funktion der Zelle zuständig sind, der Hauptraum der Zelle ist mit einem großen Fettröpfchen gefüllt. Das Fett innerhalb der Zelle besteht aus verschiedenen Arten von Fettsäuren, die wichtige Bausteine für Hormone und Zellmembranen sind.

Fettstoffwechsel und Fettverbrennung

Der Stoffwechsel des Fettgewebes wird durch Hormone beeinflusst – hierzu zählen fettmobilisierende Hormone, die die Freisetzung von Fetten aus der Fettzelle fördern, und Insulin, das die Speicherung von Fett auslöst Werden die Fette aus den Zellen freigesetzt, so zirkulieren sie an Eiweiße – Albumin – gebunden in der Blutbahn, bis sie die Leber erreicht haben, in deren Zellen sie entweder zur Energiegewinnung oder zur Herstellung körpereigener Baustoffe umgebaut werden.
Mit “Fettverbrennung” bezeichnet man die Oxidation der Fettsäuren, was nichts anderes ist als die Aufspaltung der langkettigen Fettsäuren und der Umbau der entstehenden Moleküle. Dabei wird Energie frei.
Vielfach ist zu lesen, dass man beim Sport innerhalb einer bestimmten Pulsfrequenz trainieren muss, um optimal Fett zu “verbrennen”. Diese ist jedoch von Fall zu Fall verschieden. Wahr ist, dass bei jeder Pulsfrequenz, die über dem Ruhezustand liegt, Energie verbraucht. Für eine erfolgreiche Diät, also Fettreduktion, ist weniger die Pulsfrequenz wichtig als die Energiebilanz. Es muss einfach mehr Energie verbraucht als zugeführt werden. Dass es Lebensmittel, Pillen oder Nahrungsergänzungsmittel gibt, die die Fettverbrennung beschleunigen, ist übrigens Humbug. Für solche Ammenmärchen gibt es keinerlei wissenschaftlichen Beweis.

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Abnehmen leicht gemacht – weitere Tipps und Tricks

15. Januar 2009

Abnehmen ist nicht einfach, besonders dann, wenn man gerne genießt. Dann scheint das Ganze der Besteigung des Mount Everest zu gleichen. Zum Glück können auch Fans von Süßem und Genussreichem tricksen. Abnehmen leicht gemacht – mit ein paar kleinen Kniffen.
Prinzipiell sollte man immer nach einer Mahlzeit Lebensmittel einkaufen gehen. Wenn man hungrig ist, ist es sehr viel schwieriger, Versuchungen zu widerstehen.
Statt Fertiggerichten, Snacks und Süßigkeiten sollte man seinen Kühlschrank mit frischen Lebensmitteln füllen, also Obst, Gemüse, fettarmen Joghurt – statt den Küchenschrank mit Chips, Keksen und anderen Leckereien zu bestücken. Damit ist immer ein gesunder Snack zur Hand und macht das Abnehmen leicht.
Und wenn der Heißhunger kommt?
Die Lust auf Süßes lässt sich nur schwer auf Dauer unterdrücken. Wenn es nicht mehr geht, greifen Sie zur kalorienarmen Alternative, also Salzbrezeln statt Chips, Gummibären statt Schokolade, fettarme Kekse statt gefülltem Gebäck. Wenn es partout Bonbons sein müssen: nehmen Sie einen Lutscher. Dieser hat weniger Kalorien und hält länger, was der Versuchung widerstehen lässt, ein ganzes Bonbon-Paket auf einmal “verschwinden” zu lassen.

Keine Mahlzeit ausfallen lassen
Auf Aushungern reagiert der Stoffwechsel empfindlich: der “Reserve”-Gang wird eingeschaltet und der Grundumsatz gesenkt, was die Gewichtsreduktion doppelt schwer macht. Außerdem macht hungern müde und leistungsschwach. Essen Sie drei Mal am Tag eine Mahlzeit, und wenn der Hunger zwischendurch kommt einen gesunden Snack. So bleiben Sie fit!
Würze!
Der größte Feind der schlanken Linie ist fades Essen. Würzen Sie ihre Speisen mit Kräutern, Gewürzen und Aromen, die sind fettfrei und bringen Genuss. Sie können auch die Speiseöle wechseln – natürlich nur, wenn Sie sie in Maßen verwenden. Einen Tag Olivenöl, am Anderen Nußöl – das bringt Geschmack und erhöht den Genuss, und damit auch die Lust auf eine gesunde Ernährung.

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Abnehmen ohne Diät: Tipps und Tricks

13. Januar 2009

Abnehmen ohne Diät: geht das? Ja natürlich! Abnehmen erfordert keine Diät, sondern eine Ernährungsumstellung, denn die Fehlernährung ist, neben anderen, eine der Hauptursachen für Übergewicht. Um abzunehmen, sollte man sich nicht quälen, denn das wird auf Dauer nicht die richtige Lösung bringen. Shows wie “The Biggest Looser”, die derzeit auf Pro7 läuft, zeigen genau wie man es nicht macht. Gesunde Ernährung und Abnehmen sollten in den Alltag integriert werden, ebenso wie moderater Sport. Einen LKW ziehen fällt sicher nicht darunter! Auch sollte der Genuss keineswegs zu kurz kommen – wie will man eine Ernährungsumstellung durchhalten, wenn sie einem nicht schmeckt? Menschen mit starkem Übergewicht brauchen keine Blosstellung und keine Keule, sondern jede freundliche Motivation die sie bekommen können. Abnehmen ist sehr schwer, untrainierte Muskeln zu bewegen auch, deshalb sollte das ganze Spaß machen und als Verbesserung der Lebensqualität wahrgenommen werden. Jeder Verzicht auf zu viel Fett, jedes Stück frisches Obst, jedes leichte Gericht, jede (!) Art der Bewegung bring mehr Energie. Das wird den Opfern des Senders nicht bewußt werden. Sie erfahren Demütigung und Bloßstellung, werden aus ihrem Leben heraus gerissen. Es ist abzusehen, dass jedes verlorene Pfund nach einer gewissen Zeit wieder auf den Rippen landet.

Abnehmen ohne Diät: die wichtigste Tugend ist Geduld
Die wichtigste Tugend für den Abnehmwilligen ist nicht die Willenskraft, nicht die Einschränkung, sondern die Geduld. Wollen Sie mehr als ein Kilo pro Woche abnehmen? Sie werden ihre Portionen um 40% reduzieren müssen. Ist das möglich? Ohne zu hungern nicht! Konsequenz: schlechte Laune, Müdigkeit, Leistungsabfall und schließlich gesundheitliche Konsequenzen wie Gallensteine oder Magelerscheinungen, die sich auf Herz und Kreislauf auswirken können. Ein vernünftiger Gewichtsverlust hält sich im Rahmen zwischen 1/2 bis 1 Kilo pro Woche. Das erscheint Ihnen zu lang? Auf diese Weise abgenommenes Gewicht bleibt auch weg. Langsames Abnehmen erlaubt eine schrittweise Ernährungsumstellung, und damit den Wegfall der sonst üblichen Begleiterscheinungen wie Verstopfung, Hunger oder Unwohlsein. Der Körper muss sich an die neue Art der Ernährung gewöhnen. Die Darmflora muss sich auf die neuen Nährstoffe einstellen. Das geht nicht über Nacht.
Täglich auf die Waage? Lieber nicht!
Das Verhältnis zur Waage ist für viele, die abnehmen möchten gestört. Da gibt es die, die sich täglich mehrmals wiegen, und für die jedes Gramm mehr zur Katastrophe wird. Der Fortschritt ist einfach zu langsam, die Erfolge scheinbar zu wenig – und schon wird wieder zur Chipstüte gegriffen.
Wenn sie zu denjenigen gehören, auf die das zutrifft: stellen Sie die Waage in den Schrank. Es ist völlig ausreichend, sich einmal in der Woche zu wiegen um Fortschritte zu kontrollieren. Mehr bringt nichts.
Nutzen Sie die Waage nur, wenn sie als Motivator dient.
Leicht, Light und Fettreduziert
Lebensmittel mit dem Aufdruck “Light”, “Leicht” oder “Kalorienarm” helfen nicht beim Abnehmen. Sie sind teuer, und nicht unbedingt gesünder und kalorienärmer als die Original-Produkte. Viele von diesen Lebensmitteln enthalten künstliche Stoffe, die sie schmackhafter machen sollen, und diese sind nicht eben gesund. Verzichten Sie darauf! Greifen Sie lieber zu Nahrungsmitteln, die von Natur aus kalorienarm sind: Gemüse, Obst, Fisch, helles Fleisch, Vollkorn. Sie sollten nichts essen, was ihre Großmutter nicht auf Anhieb als Nahrungsmittel erkennen könnte.
Abnehmen ohne Diät? Verzichten Sie auf Alkohol!
Alkohol ist kalorienreich und fördert nicht eben die Gesundheit. Zudem schwemmt Alkohol auf. Wer auf sein abendliches Bier oder sein Glas Wein verzichtet, wird sich nicht nur sofort fitter fühlen, sondern auch automatisch abnehmen. Auf einer Party: trinken Sie ein Glas Sekt statt eines Cocktails, verzichten Sie auf Schnäpse: ein Glas Whisky hat immerhin 252 Kalorien, ein Glas Sekt nur 67. Wichtig: ersetzen Sie das abendliche Gläschen nicht mit Cola oder anderen süßen Getränken, auch nicht mit der Diät Version. Ein gutes Mineralwasser ist weitaus gesünder.
Und was ist mit Schokolade?
Vergessen Sie nicht: Sie stellen ihre Ernährung um, sie machen keine Diät. Damit gibt es im Prinzip keine verbotenen Lebensmittel. Die Menge macht das Gift! Vielen hilft folgender Trick: bei Schokolade lieber zu Zarbitter greifen – die hat weniger Fett und weniger Kalorien. Für jede Rippe Schokolade ein Stück frisches Obst essen – dann wird es nicht zu viel, und man nimmt automatisch mehr Vitamine zu sich. Gut für die Fitness!

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Gesund Abnehmen: Ist Essen ein Politischer Akt? Ein Interview mit Michael Pollan

4. Dezember 2008

Hat ein politischer Artikel etwas in einem Diät-Blog zu suchen, in dem es um gesund Abnehmen geht? Ist die Entscheidung für oder gegen ein Lebensmittel ein politischer Akt? Durchaus, so Michael Pollan, US Amerikaner und Autor erfolgreicher Bücher wie “The Omnivores Dilemma” und “In Defense of Food”. In einem Interview mit Mark Eisen, Journalist mit Spezialgebiet Ernährungs- und Umweltthemen, nimmt er dazu Stellung.
Die Verbraucher aufrütteln
In den USA setzt sich Michael Pollan für eine nachhaltige Landwirtschaft ein, analysiert die Zusammenhänge zwischen Gesundheitszustand der Bevölkerung und Nahrungsmittelindustrie und fordert Verbraucher weltweit auf, auf ihre Ernährungsgewohnheiten zu achten. Eine gesunde Ernährung ist sehr einfach, erklärt er. “Vermeiden sie “essbare, nahrungsähnliche Substanzen”" wie er die meisten verarbeiteten Gerichte und Snacks aus der Nahrungsmittelindustrie nennt. “Essen sie wirkliches Essen. Nicht zu viel, hauptsächlich Pflanzen. Das, mehr oder weniger, ist die kurze Antwort auf die vorgeblich unglaublich komplexe und verwirrende Frage “Was sollen wir Menschen essen, um gesund zu bleiben”" sagt er “Wenn die Menschen sehen könnten, wie ihre Nahrung hergestellt wird, würden sie anders essen. Um genau auf diese Herstellungsproblemtatik hinzuweisen schreibt er Bücher und hält Vorträge. Seine Schriften recherchiert er sorgfältig vor Ort, in industriellen landwirtschaftlichen Betrieben genau wie im Schlachthof und in Tierproduktionsstätten. Er glaubt an den Einfluss der Verbraucher auf die Produktionsart von landwirtschaftlichen Produkten einen großen Einfluss haben und möchte aufrütteln, dass dieser auch genutzt wird.
Ist Bio gleich Gesund?
Bio ist nicht gleich Bio. Gerade in den USA, in der der Zusatz “organic” von der Regierung äußerst weit gefasst wurde. Aber auch in Europa. Chinesische Importe aus vermeintlich biologisch arbeitenden Betrieben sind hier besonders problematisch, da eine Kontrolle so gut wie gar nicht stattfindet, und falls doch, muss sie vorher angekündigt werden, was das Vertuschen von Mißständen sehr einfach macht. Pollan empfiehlt, auf lokale Früchte, Gemüse und Körner zurückzugreifen, um Pestizidrückstände völlig auszuschließen.

Verteilungs- oder Preisproblem?
Die Nahrungsmittelknappheit auf dem Planeten hält Michael Pollan für einen Mythos. In Wirklichkeit sind genug Nahrungsmittelressourcen für alle, und auch mehr Menschen vorhanden. “Die Preise für Lebensmittel sind sehr hoch geworden. Die Preise werden durch den Verbrauch von Ethanol, hohe Ölpreise und der wachsenden Nachfrage nach Cerealien in Asien angetrieben. Der freie Cerealien Markt zittert gerade. Viele Länder erkennen jetzt, dass es wichtig ist, die Kontrolle über die Möglichkeit, die eigene Bevölkerung zu ernähren, nicht zu verlieren. Der Nahrungsmittelpreis im eigenen Land sollte nicht von Entscheidungen abhängig sein, die im Weißen Haus oder in der Wall Street gefällt werden.” so Pollan. Die Unruhen in vielen Ländern der Welt geben ihm recht. Und auch westliche Industrienationen sind vor dramatischen Preiserhöhungen bei Nahrungsmitteln nicht geschützt.
Ernährung und Klimawandel
Gerade die Fleischproduktion und der Fleischkonsum haben einen großen Einfluß auf den Klimawandel. “Die Fleischproduktion verbraucht eine hohe Menge fossiler Brennstoffe” so Pollan “Futtermittel werden mit Düngemitteln aus fossilen Brennstoffen gezüchtet, und mit fossilen Pestiziden geschützt. Die Futtermittel müssen transportiert werden. Und das Fleisch wird ebenfalls quer durch Kontinente transportiert.” Gerade in Europa, wo Schlachttiertransporte und Fleischtransporte subventioniert werden trifft das zu. “Es ist eine sehr ineffektive Art, sich zu Ernähren” meint Pollan “10 Pfund Korn werden verbraucht, um ein Pfund Rindfleisch herzustellen, sieben Pfund für ein Pfund Schweinefleisch, zwei Pfund für ein Pfund Hühnchen. Es ist auch eine Frage der Gerechtigkeit. Wenn wir wirklich nur einen begrenzten Vorrat an Cerealien haben, um die Welt zu ernähren, und wir 60% davon verbrauchen um unser Fleisch herzustellen, und 10% weitere, um unsere Autos anzutreiben, so wird das irgendwann sehr schwer zu rechtfertigen”
Jeder Einzelne kann eine Veränderung bewirken
“Ich glaube wirklich daran, dass Verbraucher etwas ändern können, auch wenn mir viele Naivität unterstellen.”sagt Pollan “Ich habe einfach zu oft gesehen, was passiert, wenn Verbraucher sich dafür entscheiden, ihre Kaufentscheidungen mit ihren Werten – ob moralisch oder politisch – zu verbinden. Es bewirkt Veränderung” Jeder Einzelne ist gefragt. “Die Nahrungsmittelindurstrie ist sehr sensibel, wenn es um Lebensmittelskandale geht. Diese können über Nacht Milliarden kosten. Sie ist also beeinflussbarer, als man denkt.” Michael Pollan plädiert dafür, “mit der Gabel zu wählen”.
Gerade der Bereich der Ernährung bietet eine gute Möglichkeit, Entscheidungen herbeizuführen. Während Menschen sich in vielen Bereichen politischer Entscheidungen hilflos führen, so ist gerade die Frage der Ernährung eine, die absolut im Bereich der persönlichen Kontrolle liegt. “Sie entscheiden jeden Tag, was Sie ihrem Körper zuführen, und was nicht. Das ist ein grundlegender politischer Akt.”

Das vollständige Interview ist auf Alternet zu lesen.

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