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Archiv für die Kategorie ‘Fett’

Olivenöle im Test mangelhaft – Qualität bleibt eine Rarität

21. Mai 2009

Viele Verbraucher verbinden mit Olivenöl eine gesunde Ernährung und ein Stück mediterrane Lebensart. Doch manchem Konsumenten würde sein Discounter-Öl im Halse stecken bleiben, wenn er mehr über dessen Herkunft und Produktion wüsste.
Doch auch ein hoher Preis und eine Bio-Zertifizierung sind nicht immer ein Garant für eine hohe Qualität. Was der Olivenölkenner schon lange wusste, hat die Zeitschrift Öko Test nun wieder einmal bestätigt: Von 25 getesteten Ölen erhielten im Mai nur zwei das Gesamturteil gut. Von sechs Bio-Olivenölen wurden vier als mangelhaft eingestuft.
Bereits im Mai 2007 widmete die Zeitschrift Merum ein ganzes Heft dem alltäglichen Etikettenschwindel im Olivenölgeschäft. Fast alle Olivenöle, die in Deutschland auf den Markt kommen, werden als „Natives Olivenöl extra“ geführt, also als Öle der höchsten Güteklasse. Kaum ein Öl verdient jedoch tatsächlich diese Bezeichnung. Dies ist kaum verwunderlich: Die Produktionsmengen von nativ extra betragen nur einen Bruchteil der Verkaufsmengen.

Die Folge ist, dass ein qualitativ hochwertiges Öl auf dem Markt kaum bestehen kann, da es praktisch unmöglich ist, ein hochwertiges Olivenöl für weniger als 10 Euro pro Liter anzubieten. Doch wenn der Verbraucher ein vermeintlich „Natives Olivenöl Extra“ für 3,70 Euro kaufen kann, wird er kaum zu dem viermal so teuren Öl greifen. Da man sich in Deutschland schon an minderwertiges Öl gewöhnt hat, fällt die schlechte Qualität nicht auf: Kaum jemand weiß hierzulande, wie ein gutes Olivenöl tatsächlich schmeckt.

Dem griechischen Olivenbauer Vasilis Thomopoulos ist dies schon lange bekannt. Bei seinen Besuchen in Deutschland ist ihm immer wieder aufgefallen, welcher Tran als „hochwertiges Olivenöl“ bei uns auf den Tisch kommt. Schon lange missfiel es ihm, dass das gute Olivenöl seiner Heimat Lakonia zu Spottpreisen von italienischen und spanischen Großkonzernen aufgekauft wird, um dann damit qualitativ minderwertige Öle aufzuwerten.
Im Jahr 2005 lernte Vasilis Thomopoulos den Mainzer Betriebswirt Joachim Trott in dessen Griechenlandurlaub kennen, und bald entwickelte sich eine enge Freundschaft zwischen dem Griechen und dem Deutschen. Als der Bauer dem Freund von seiner Vision erzählte, das gute Olivenöl aus Lakonia endlich in seiner ursprünglichen Qualität auf den deutschen Markt zu bringen, war der junge Mainzer Unternehmer sofort begeistert.
Daraus entstand nach sorgfältiger Planung die Lakonikos Elia GmbH. Ein kleines Unternehmen, das seit August 2008 unter www.lakonikos.de preisgekröntes griechisches Olivenöl anbietet: Das Bio-Olivenöl der Familie Renieri wurde 2008 als bestes Bio-Olivenöl Griechenlands ausgezeichnet.

Noch steht das junge Unternehmen am Anfang seines Engagements für hochwertiges Olivenöl in Deutschland. Doch die Testergebnisse von Öko Test haben eines deutlich gemacht: Eine Alternative zu den großen Ölkonzernen ist notwendig. Nicht nur damit die griechischen Ölbauern endlich angemessene Löhne für ihre Arbeit erhalten, sondern vor Allem damit der Verbraucher hierzulande endlich ein wirklich gutes Olivenöl bekommt.

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Die lebenswichtigen Fettsäuren stecken nicht im Salat – Sondern in der Margarine

8. Mai 2009

Marken-Margarinen starten Aufklärungskampagne zu essentiellen Fettsäuren

Wertvolle Dinge, die unser Körper täglich braucht, um „optimal funktionieren“ zu können, sind oft nicht auf den ersten Blick erkennbar. Häufig sind wir uns auch nicht ihrer Bedeutung für eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung bewusst. Speziell zu „guten Fetten“ fehlen Verbrauchern einfache und griffige Informationen. Allen voran zu Lebensmitteln, die lebenswichtige, so genannte essentielle Fettsäuren liefern, die der Körper braucht, aber nicht selber herstellen kann. Basierend auf jüngsten Ergebnissen eines Internationalen Experten Meetings(*) und eines für Deutschland verabschiedeten Expertenkonsens unter der Leitung der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) nehmen sich jetzt die Unilever Marken-Margarinen dieses Informationsauftrags an und starten eine umfangreiche gemeinschaftliche Aufklärungskampagne rund um essentielle Fettsäuren.

Verbraucher benötigen mehr einfache und griffige Informationen zu „guten Fetten“ und Lebensmitteln, die essentielle Fettsäuren liefern. Diese Lebensmittel gilt es vermehrt in die Ernährung zu integrieren. Im Gegenzug heißt es, den Anteil von Produkten, die überwiegend gesättigte Fettsäuren enthalten, zu senken. Nur so kann nachhaltig ein Beitrag zu einer verbesserten Fettsäurezusammensetzung erreicht werden. Zu diesem Schluss kam eine Gruppe von 40 internationalen Wissenschaftlern Anfang Februar 2009 auf einem Internationalen Experten Meeting(*). Ein ebenfalls im Februar verabschiedeter Expertenkonsens unter der Leitung der DGEM unterstützt dies für Deutschland. Als wichtige Quellen essentieller Fettsäuren nennen die Ernährungsexperten u. a. Pflanzenöle, Nüsse und Samen sowie aus diesen hergestellte Produkte wie beispielsweise (weiche) Margarine.

Margarine als Lieferant essentieller Fettsäuren – ideal für die „Brot-Esser Nation Deutschland“
„Wir haben so lange „low-fat“ gepredigt, dass die Menschen die Fette vermeiden, die sie auf den ersten Blick erkennen. In diesen sichtbaren Fetten stecken aber oft die ‚guten Fette‘ drin“, erklärt Dagmar von Cramm, Oecotrophologin und erfolgreiche Autorin von Kochbüchern und Ratgebern im Bereich Ernährung. „Um wieder mehr hochwertige pflanzliche Öle und essentielle Fettsäuren in die tägliche Ernährung zu bringen, brauchen wir plakative und einfache Verzehr-Beispiele, die – und das ist ganz wichtig – auf den tatsächlichen Ernährungsgewohnheiten der Verbraucher aufsetzen.“ Demnach wäre für die „Brot-Esser Nation Deutschland“ eine einfache und gesunde Umsetzung der wissenschaftlichen Fett-Empfehlungen zum Beispiel, ein Brot mit Margarine und Putenschinken zu belegen. Das – so von Cramm weiter – sei deutlich gesünder als es mit fettem Schmelzkäse oder Streichwurst zu belegen. Allgemein ausgedrückt gilt: Ein Brot mit „gutem Fett“ bestreichen und gleichzeitig „schlechte Fette“ zu sparen ist viel gesünder, als völlig auf Fett zu verzichten!

Die Aufklärungskampagne der Margarine-Marken
Um Verbraucher auf einfache Art über die lebenswichtigen essentiellen Fettsäuren zu informieren und Margarine als eine optimale Quelle vorzustellen, bündeln die starken Marken Rama, LÄTTA, Becel und BERTOLLI jetzt ihre Kräfte und starten eine breit angelegte Aufklärungskampagne. „Wir möchten mit konkreter Wissensvermittlung widersprüchliche Botschaften und Mythen rund um Fette und Margarine auflösen“, erklärt Arne Kirchem, Unilever Category Director, den Ansatz der Kampagne. „Des Weiteren wollen wir Verbrauchern dabei helfen, sich im Dschungel der unterschiedlichen Fettsäuren besser zurechtzufinden.“ Neben Beratungsteams an über 400 Standorten im Lebensmitteleinzelhandel wird die Aufklärungskampagne ab April 2009 außerdem mit umfangreichem Hintergrundwissen und Tipps von Experten im Internet unter www.margarine.de begleitet. Von hier aus gelangen Interessenten auch zum Fettmonitor – ein unkomplizierter Online-Check, mit dessen Hilfe Besucher schnell einen ersten Überblick über das Fettsäuremuster ihrer Ernährung erhalten können.

Als langfristiges Engagement angelegt, arbeitet die Initiative der Margarine-Marken aus dem Hause Unilever eng mit zahlreichen Wissenschaftlern und Verbraucher-Experten zusammen. Zum fachlichen Austausch über die Informationslage der Verbraucher und um sich für gemeinsame Aufklärungsansätze stark zu machen, wird zudem gezielt der Kontakt zu Meinungsbildnern gesucht.

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Fettkiller machen Diäten überflüssig

19. April 2009

Ernährungsexperte Sven-David Müller beschreibt in seinem neuen Buch “Die 50 besten Fettkiller”, dass Fettkiller Diäten zur Gewichtsreduktion überflüssig machen. Der Autor untermauert seine These mit einer Vielzahl von Studien und
Untersuchungsergebnissen. Wer täglich Fett und Kalorien einspart, nimmt “automagisch” Körperfett ab und das ist gut für die Gesundheit, die Figur und das Wohlbefinden, so der Berliner Diätassistent Müller. Fettkiller sind aber keine Substanzen, die angeblich Fett auflösen oder als Fettmagnet wirken. Die meisten Schlankheitsmittel und Diäten sind im
Gegensatz zu den Fettkillern einfach wirkungslos und führen entweder zu Kummer oder machen nur das Portemonnaie schlank. Die im neuen Buch zusammengestellten Fettspartipps und Fettkiller sind Diäten deutlich überlegen.

Es ist schon merkwürdig, dass in Deutschland die Zahl der Diäten zusammen mit der Menge der Übergewichtigen immer weiter zunimmt, hinterfragt Müller-Nothmann kritisch. Das beweist doch wirklich, dass Diäten einfach wirkungslos sind und wir neue Wege aus dem dicken Problem Übergewicht brauchen. Aber die neuen Regeln müssen alltagstauglich sein und dürfen keine Einschränkung bedeuten. Diese Anforderungen erfüllen die “50 besten
Fettkiller”. Zu den besten davon gehören Harzer Käse, fettarme Milch und kaltes Mineralwasser.

Dass auch Eiscreme schlank machen kann, beweist der Diätassistent mit seinem neuen Buch. Sogar die richtige Fettauswahl hilft bei der Gewichtsreduktion. Mit seinen praktischen Tipps aus der Fettspar-Küche zeigt das Buch neue Möglichkeiten auf und hilft, Fettbomben in der Küche zu entschärfen. Durch die richtige Anwendung von Fettkillern lässt sich der Stoffwechsel aktivieren und die Fettverbrennung anregen.

Das Buch zeigt den Weg von komplizierten, drangsalierenden Diätregeln hin zu einer fettkillenden Ernährungsweise auf. Die Tipps lassen sich einfach in den Tagesablauf einbauen und machen automatisch schlank. Die praktische Umsetzung zeigt der Fettkiller-Tagesplan. Täglich lassen sich viele Kalorien einsparen und durch gezielte Maßnahmen gleichzeitig der
Energieverbrauch erhöhen. Dass solche Konzepte wirken, konnte Sven-David Müller im vergangenen Jahr mit dem Kalorienkiller-Konzept beweisen, mit dem mehr als 25.000 Menschen mühelos abnehmen konnten. Mit seinen einfachen Tipps und Tricks, die jeder ganz einfach in seinen Tagesablauf einbauen kann, ist Abnehmen keine Kunst mehr. Fettkiller sind der Garant für eine dauerhafte Gewichtsreduktion, da sie sich in den Alltag integrieren lassen und keine Einschränkung darstellen oder Mühe abverlangen. Mit meinen Fettkillern kann einfach jeder ganz einfach abnehmen und der Jojo-Effekt bleibt ganz bestimmt aus, verspricht Sven-David Müllern. Ich bin froh, dass sogar der Preis meines neuen Büchleins mit 7,90 Euro schlank ist.

Die 50 besten Fettkiller
Sven-David Müller
Knaur Verlag
ISBN 978-3-426-64823-0
7,90 Euro

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Fett abnehmen? Was Experten nicht wissen!

21. Dezember 2008

Der amerikanische Dokumentarfilm “Fat: What No One is Telling You”, der bisher in Deutschland nicht erschienen ist, wirft ein ganz neues Licht auf das Thema Fett, Abnehmen und Übergewicht. In diesem Film werden Wissenschaftler, Diätexperten und Ärzte zitiert, die einhellig die Meinung vertreten, dass das Thema Diät wesentlich komplexer ist, als gemeinhin angenommen.
Die erste Szene des Films beginnt mit einer attraktiven Rothaarigen auf einem Laufband. Sie schwitzt stark, aber sie lächelt freundlich in die Kamera. “Das ist kein durchschnittliches Training” keucht sie “aber ich war auch nicht durchschnittlich gewichtig. Ich muss mich weit mehr anstrengen als der Durchschnitt von Euch. Ich muss zweimal, ja manchmal auch dreimal so viel trainieren, nur um so pummelig zu bleiben.” Sie hat recht. Sie ist pummelig. Nach den Maßstäben für Schönheit des 21ten Jahrhunderts – und denen der Modezeitschriften – hat sie etwa 20 Pfund zuviel auf den Rippen. Ihr Milch-und-Blut Teint, die Grübchen wenn sie lächelt, der Pferdeschwanz und ihre Ausstrahlung machen sie richtig attraktiv. Aber es besteht kein Zweifel, dass die meisten Ernährungsberater ihr dringend raten würden, abzunehmen. Später im Film erfahren wir, dass sie drei Stunden pro Tag trainiert. Als ihre Mutter an Krebs starb, lernte sie viel über gesunde Ernährung. Sie isst gesund, nicht zuviel und unterzieht sich einem strengen Fitness-Trainingsplan. Warum nur ist sie dann pummelig?
Die Ärzte wissen es nicht. Keiner der Experten, die in der Dokumentation befragt wurden, hat keine genaue Erklärung für dieses Phänomen. “Die Fragen sind endlos” erklärt der Sprecher im Film den Zuschauern”Sind es ihre Gene, ihre Kindheit, ein Charakterfehler, Stress, Trauer, Liebeskummer, Fertiggerichte, das Fernsehen, verführerische Werbung, Schlafmangel oder genetisch veränderte Nahrungsmittel?”
Alles mag zutreffen. Aber selbst zusammen genommen stellen diese Erklärungen keine Antwort dar. Mediziner können der großen Mehrheit der Übergewichtigen beim Abnehmen nicht helfen. Weil sie die Gründe für Übergewicht im Endeffekt nicht kennen.

So einfach ist es nicht!

Obwohl die meisten Ärzte noch glauben “das Übergewicht dadurch entsteht, dass zuviel gegessen und zuwenig Sport getrieben wird. Dieses Denken ist aber viel zu vereinfachend” sagt Dr. Robert Lustig, Facharzt am Institut für Pädiatrische Endokrinologie der Universität von Kalifornien in San Francisco. Als Experte auf diesem Gebiet weiß er, dass Übergewicht ein “chronischer Zustand” ist. Und es gibt kein Heilmittel. Deswegen, so Lustig, nehmen auch 95% der Übergewichtigen, die sich einem ärztlich überwachten DIät-Programm unterziehen auch anschließend wieder zu – obwohl sie sich an die Empfehlungen der Experten halten.

Kalorien?

“Hier geht es nicht einfach um “Energie rein und Energie raus.” Wenn das so wäre, hätten wir das Problem schon lange gelöst.” so Dr. Lee Kaplan der Harvard Universität, der das Gewichts-Reduktionsprogramm des Massachusetts General Hospital leitet und ein neues klinisches Forschungsprogramm entwickelt hat. “Starkes Übergewicht sieht nicht aus wie eine schleichende Krankheit” fügt Kaplan hinzu “Aber es ist trotzdem eine. Wenn in ihrem körperlichen System nur um ein Prozent aus dem Gleichgewicht ist, kann das zu einer Gewichtszunahme von 100 Pfund führen. Über 400 Gene sind in der Gewichtsregulation involviert. Und dann kommen die Umweltfaktoren dazu.’”

Fette Vorurteile

Vorurteile über Fett, Abnehmen und übergewichtige Menschen ist das größte Hindernis zum Verständnis von Übergewicht. Oder auch nur das Problem verstehen zu wollen” sagt eine Krankenschwester, die ebenfalls in der Dokumentation erscheint. Mediziner und Ernährungsexperten wissen zu wenig über die Ursachen von Übergewicht einfach schon aus dem Grund “das Schuldzuweisung an das Opfer dem Verständnis im Weg steht!” so die Krankenschwester . Früher haben wir depressiven Menschen die Schuld für ihren Zustand gegeben. Jahrhunderte lang stand dieses Vorurteil einer vernünftigen Erforschung von seelischen Erkrankungen im Weg, bis sich heraus stellte, dass es sich nicht um Charakterfehler, sondern um ein chemisches Ungleichgewicht handelt. Viele Übergewichtige können ein Lied davon singen, wie herablassend Ärzte mit ihnen umgehen. So berichtet eine Patientin im Film, dass sie bei einem Termin für eine gynäkologische Vorsorgeuntersuchung vom Mediziner mit den Worten: “Sie sind zu dick, gehen sie nach Hause und nehmen erst einmal ab!” nach Hause geschickt wurde. Auch hierzulande hört man von solchen Fällen. Übergewichtige werden anders beurteilt. Während der Tod einen jeden ereilt, werden sie für ihren Tod verantwortlich gemacht. Ein schlanker Patient mit Herzinfarkt ist Herzkrank, ein Übergewichtiger mit derselben Diagnose stirbt an Fettleibigkeit.

Volksweisheiten

Der Volksmund sagt, dass wenn man zuviel isst und nicht genug Sport treibt, dann wird man fett. Punktum. Wie so oft irrt sich der Volksmund. Experten berichten, dass manche Menschen sehr wohl fette, kalorienreiche Mahlzeiten zu sich nehmen können und keinerlei sportliche Aktivitäten zeigen, ohne jemals an Übergewicht zu leiden. Andere trainieren täglich, folgen einem rigorosen Diätplan und sind trotzdem fettleibig. Natürlich gibt es immer wieder Menschen, die 10 Kilo abnehmen müssen, das auch schaffen und anschließend schlank bleiben. Aber die sind nicht fettleibig und müssen schon gar nicht gegen eine chronische Krankheit kämpfen.
Die Wahrheit ist eben weit komplexer.

Eine Krankheit, bei der der Körper die Heilung sabotiert

Sicher ist, dass Übergewicht “die Krankheit ist, bei der der Körper gegen die Heilung kämpft” so Dr. Michael Rosenbaum, ein Forscher der Columbia Universität. Im Allgemeinen ist der Körper darauf programmiert, die Heilung zu unterstützen. Nicht in diesem Fall. “Die Menschen denken, dass Diäthalten eine Frage der Wahl ist” sagt Arthur Frank, der Leiter des Weight Management Programm der George Washington Universität. Die Wahrheit ist, dass es nötig ist, starke Impulse des Gehirns zu überwinden, um Gewichtsverlust zu erreichen
Jeder, der schon einmal eine Diät gehalten hat weiß es: sobald der Gewichtsverlust da ist, verlangsamt sich der Stoffwechsel und verbraucht weniger Kalorien. Vom Blickpunkt des Körpers aus ist man auf einer einsamen Insel gestrandet und verhungert gerade. Dagegen versucht das Gehirn anzugehen: es stellt den Stoffwechsel auf Fettansatz und niedrigem Kalorienverbrauch um. So hat die Menschheit überlebt.
Hier spielen Speicherhormone, allen voran Leptin eine wichtige Rolle. Leptin wird vor allem in den Bauchfettzellen synthetisiert. Wenn Menschen zunehmen, steigt die Menge des Leptin, und wenn das Hormon an bestimmte Rezeptoren innerhalb von Neuronen (Nervenzellen) andockt, wird ihr Appetit unterdrückt. Wenn Menschen Abnehmen, sinkt der Körperfett Anteil, damit auch das Level des Leptin. Die Rezeptoren für Leptin an den Nervenzellen werden weniger, und andere Rezeptoren vermehren sich – was wiederum Hunger auslöst. Auch Fette, Zucker und andere Hormone beeinflussen die Nervenzellen. Aber der Hauptfaktor scheint Leptin zu sein. Der Leptin-Zyklus scheint auch der Grund dafür zu sein, dass bei vielen Übergewichtigen verordnete Appetitzügler, die Letpin enthalten, nicht wirken. Nach nur vier Monaten werden die Rezeptoren in den Nervenzellen für die künstliche Zufuhr resistent. Das Medikament kann nicht mehr wirken.

Übergewichtige und Gesellschaft

Wer trotz des Überangebots an Nahrung, seinen hormonellen Faktoren und seiner genetischen Veranlagung abnehmen will, muss sich daran gewöhnen, dass das ein lebenslanger Prozess ist, mit Phasen von Übergewicht die sich mit Phasen von Gewichtsreduktion abwechseln. Ein Mediziner im Film weist darauf hin, dass der Versuch, weiterhin weniger zu essen “wie der Versuch ist, eine Treppe hochzurennen, ohne schneller zu atmen. Man kann es eine Weile machen, aber nicht sehr lange!”
Viele Forscher und Mediziner entwickeln daher Gesundheitsprogramme, die den stark Übergewichtigen erlauben, trotz ihres Gewichts gesund zu bleiben. Sie sollen trainieren, gesund essen und sich mit ihrem Aussehen abfinden.
Genau hierin liegt ein weiteres Problem. Übergewichtige begegnen vielen Vorurteilen und Ablehnung. Sie erhalten statistisch nachgewiesen weniger Gehalt als Schlanke und bekommen die schlechteren Jobs. Auch bei der Partnerwahl tun sich viele schwer. Die interviewte Krankenschwester im Film bringt es auf den Punkt: “Übergewichtige Menschen versuchen in einer Kultur zu überleben, die ihnen mit Hass gegenübersteht”

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