Schon seit längerem berichten wir an dieser Stelle immer wieder von den Versuchen gemeinnütziger Organisationen in den USA die Fast-Food-Ketten zu entlarven. Dabei ist McDonald’s natürlich eines der Hauptziele. Viele sehen in den Konzernen einen Grund für das Übergewicht-Problem in den USA. Die Unternehmen würden den Menschen gesundes Essen vorgaukeln und in Wirklichkeit genau das Gegenteil verkaufen.
Besonders Kinder würden durch Spielsachen usw. zu ungesunder Ernährung verführt. Vor einiger Zeit wurde bereits darüber diskutiert die Spielsachen in den sogenannten Happy Meals von McDonald’s zu verbieten, nun soll es dem langjährigen Maskottchen an den Kragen gehen.
Wir alle kennen den Clown Ronald McDonald, den das Unternehmen seit Jahrzehnten als Werbefigur einsetzt. Die US-Organisation Corporate Accountability International fordert nun das Ende des Clowns, da er Kinder zu einer ungesunden Lebensweise bewege.
Die Organisation hatte bei solch einem Fall schon einmal Erfolg: Sie setzte sich gegen das Zigarettenkamel Joe Camel ein. McDonald’s weist die Vorwürfe jedenfalls zurück und betont, dass Ronald McDonald ein Botschafter des Guten sei und Kindern wichtige Botschaften zu den Themen Sicherheit, Bildung und einer ausgewogenen, aktiven Lebensweise überbringe. Zudem sei das Essen in den Happy Meals qualitativ hochwertig und ausgewogen. Die Portionen seien auf den Bedarf von Kindern abgestimmt.
Wir alle wissen, dass Übergewicht nicht nur bei uns Erwachsenen ein Problem ist, sondern immer mehr auch schon bei Kindern. Dies kommt meist vor allem daher, dass wir immer weniger über Essen und Ernährung wissen und uns auch nicht damit beschäftigen. Nahrung ist in Hülle und Fülle vorhanden und die kulturelle Bedeutung von Essen geht immer weiter verloren.
Gleichzeitig wird in immer mehr Familien das gemeinsame Essen nicht mehr wirklich praktiziert, was jedoch enorm wichtig wäre. Hinzu kommen dann natürlich noch Faktoren, wie Chemie in den Lebensmitteln. So können Kinder gar nicht eine richtige Ernährung lernen, wenn sie nie alle Facetten des Essens kennengelernt haben. Übergewicht und ungesunde Ernährung auch im Erwachsenenalter sind so vorprogrammiert.
Um so wichtiger ist es, unsere Kinder wieder an das Thema Ernährung heranzuführen und zwar nach Möglichkeit jeden Tag ein bisschen. Immer wieder sollte man mit Kindern über das Thema Essen sprechen und sie dabei die Gerichte und Lebensmittel mit allen Sinnen erfahren und erforschen lassen.
Sie sollen sich bewusst darauf konzentrieren, wie das Essen klingt, wie es schmeckt, wie es sich anfühlt usw. Frische Zutaten sind dafür natürlich ein Muss, genauso wie gemeinsames Kochen.
In Sachen Schönheitsideale scheint unsere Gesellschaft immer weiter auseinander zu treiben. Während die eine Hälfte der Kinder und Jugendlichen hoffnungslos zu dick ist, stürzen sich die anderen Teenies in den Magerwahn. Eine aktuelle Studie hat erschreckendes zu Tage gebracht:
Kinder und Jugendliche stürzen sich immer früher in den Schönheits- und Schlankheitswahn. Ein Großteil der Mädchen und Jungen im Alter zwischen 10 und 12 Jahren gibt an schon einmal eine Diät gemacht zu haben.
Und dabei scheinen sich die Schönheitsideale total verzerrt zu haben. Wirklich dünne Kinder und Jugendliche wollen noch schlanker sein, verweigern das Essen oder machen exzessiv Sport. Und das alles, weil sie so schön sein wollen wie ihre Idole in Musik, Film und Fernsehen.
Hier liegt es nun in der Verantwortung von Eltern und Schule den Kindern so früh wie möglich zu vermitteln, dass die gezeigten Bilder meist nicht echt sind, dass die Stars so perfekt erscheinen, weil sie von Profis in Szene gerückt werden und die Bilder retuschiert sind etc. Auch in Sachen Ernährung muss man den Kindern einiges beibringen.
Gerade in diesem Alter ist die richtige Ernährung entscheidend für den weiteren Lebensweg. Solch eine Einstellung kann schnell in einer Essstörung enden, die Kinder haben keine Chance ein gesundes Selbstbewusstsein zu entwickeln und werden sich auch später verzerrt wahrnehmen.
Der Berliner Senat hat in diesen Tagen beschlossen die Schulen bei der Bekämpfung von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen mehr einzubinden. Jedes fünfte Kind gilt in Deutschland als zu dick und bereits jeder dritte Jugendliche. Eine erschreckende Anzahl, weshalb eigentlich eine bundesweite Maßnahme von Nöten ist…
Das neue Programm sieht vor, den Sportunterricht auszuweiten, von bisher rund drei Stunden pro Woche auf eine täglich Sporteinheit. Zudem wird das Thema gesunde Ernährung mehr in den Fokus gerückt.
Eigentlich eine gute und löbliche Idee, das findet auch die Organisation Moby Dick, die Fettleibigkeit bei Kindern und Jugendlichen bekämpft. Nur weist sie auch darauf hin, dass man die Lehrer hier stärker schulen muss. Diese fühlten sich sonst im Stich gelassen, da gerade an Grundschulen sie keine ausgebildeten Sportlehrer seien.
Gerade bei übergewichtigen Kindern sind spezielle Übungen von Nöten… Ein guter Ansatz, der aber noch, vor allem auf bundesweiter Ebene, ausbaufähig ist.
Jedes fünfte Kind und jeder dritte Jugendliche in Deutschland sind zu dick. Und gerade in jungen Jahren schadet Fettleibigkeit dem Körper besonders. Nicht nur die gesundheitlichen Aspekte haben einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Kleinen, auch die psychischen und sozialen spielen eine große Rolle.
Kinder mit Übergewicht werden häufig gehänselt und sind in ihren Aktivitäten eingeschränkt. Dieser psychische Druck führt dann zu noch mehr Frust, der wiederum mit Essen bekämpft wird. Aus diesem Teufelskreis auszubrechen ist schwer. Doch es ist ein harter Kampf, den es sich aufzunehmen lohnt.
Das ambulante Therapie-Programm mit dem schmeichelhaften Namen Moby Dick soll hier Abhilfe schaffen. Ein Jahr lang werden die übergewichtigen Kinder und Jugendlichen von Betreuern begleitet. Sie treffen sich regelmäßig um sich zusammen zu bewegen und etwas über richtige Ernährung und Kochen zu lernen. Aber auch psychisch werden sie betreut und lernen so nach und nach ein gesundes Selbstbewusstsein zu bekommen und mit ihrem Körper vernünftig umzugehen.
Auch die Eltern werden in dieses Programm eingebunden. Eine wirklich tolle Sache und jedem, der Probleme in dieser Hinsicht hat zu empfehlen! Rund 67% der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen schaffen es auf Normalgewicht zu kommen und dieses auch zu halten.
Die Kosten für das Moby Dick Netzwerk liegen bei 150 Euro im Monat, wobei viele Krankenkassen einen Teil davon übernehmen. Hier gehts zu Moby Dick…