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Gesund Abnehmen: Ist Essen ein Politischer Akt? Ein Interview mit Michael Pollan

4. Dezember 2008

Hat ein politischer Artikel etwas in einem Diät-Blog zu suchen, in dem es um gesund Abnehmen geht? Ist die Entscheidung für oder gegen ein Lebensmittel ein politischer Akt? Durchaus, so Michael Pollan, US Amerikaner und Autor erfolgreicher Bücher wie “The Omnivores Dilemma” und “In Defense of Food”. In einem Interview mit Mark Eisen, Journalist mit Spezialgebiet Ernährungs- und Umweltthemen, nimmt er dazu Stellung.
Die Verbraucher aufrütteln
In den USA setzt sich Michael Pollan für eine nachhaltige Landwirtschaft ein, analysiert die Zusammenhänge zwischen Gesundheitszustand der Bevölkerung und Nahrungsmittelindustrie und fordert Verbraucher weltweit auf, auf ihre Ernährungsgewohnheiten zu achten. Eine gesunde Ernährung ist sehr einfach, erklärt er. “Vermeiden sie “essbare, nahrungsähnliche Substanzen”" wie er die meisten verarbeiteten Gerichte und Snacks aus der Nahrungsmittelindustrie nennt. “Essen sie wirkliches Essen. Nicht zu viel, hauptsächlich Pflanzen. Das, mehr oder weniger, ist die kurze Antwort auf die vorgeblich unglaublich komplexe und verwirrende Frage “Was sollen wir Menschen essen, um gesund zu bleiben”" sagt er “Wenn die Menschen sehen könnten, wie ihre Nahrung hergestellt wird, würden sie anders essen. Um genau auf diese Herstellungsproblemtatik hinzuweisen schreibt er Bücher und hält Vorträge. Seine Schriften recherchiert er sorgfältig vor Ort, in industriellen landwirtschaftlichen Betrieben genau wie im Schlachthof und in Tierproduktionsstätten. Er glaubt an den Einfluss der Verbraucher auf die Produktionsart von landwirtschaftlichen Produkten einen großen Einfluss haben und möchte aufrütteln, dass dieser auch genutzt wird.
Ist Bio gleich Gesund?
Bio ist nicht gleich Bio. Gerade in den USA, in der der Zusatz “organic” von der Regierung äußerst weit gefasst wurde. Aber auch in Europa. Chinesische Importe aus vermeintlich biologisch arbeitenden Betrieben sind hier besonders problematisch, da eine Kontrolle so gut wie gar nicht stattfindet, und falls doch, muss sie vorher angekündigt werden, was das Vertuschen von Mißständen sehr einfach macht. Pollan empfiehlt, auf lokale Früchte, Gemüse und Körner zurückzugreifen, um Pestizidrückstände völlig auszuschließen.

Verteilungs- oder Preisproblem?
Die Nahrungsmittelknappheit auf dem Planeten hält Michael Pollan für einen Mythos. In Wirklichkeit sind genug Nahrungsmittelressourcen für alle, und auch mehr Menschen vorhanden. “Die Preise für Lebensmittel sind sehr hoch geworden. Die Preise werden durch den Verbrauch von Ethanol, hohe Ölpreise und der wachsenden Nachfrage nach Cerealien in Asien angetrieben. Der freie Cerealien Markt zittert gerade. Viele Länder erkennen jetzt, dass es wichtig ist, die Kontrolle über die Möglichkeit, die eigene Bevölkerung zu ernähren, nicht zu verlieren. Der Nahrungsmittelpreis im eigenen Land sollte nicht von Entscheidungen abhängig sein, die im Weißen Haus oder in der Wall Street gefällt werden.” so Pollan. Die Unruhen in vielen Ländern der Welt geben ihm recht. Und auch westliche Industrienationen sind vor dramatischen Preiserhöhungen bei Nahrungsmitteln nicht geschützt.
Ernährung und Klimawandel
Gerade die Fleischproduktion und der Fleischkonsum haben einen großen Einfluß auf den Klimawandel. “Die Fleischproduktion verbraucht eine hohe Menge fossiler Brennstoffe” so Pollan “Futtermittel werden mit Düngemitteln aus fossilen Brennstoffen gezüchtet, und mit fossilen Pestiziden geschützt. Die Futtermittel müssen transportiert werden. Und das Fleisch wird ebenfalls quer durch Kontinente transportiert.” Gerade in Europa, wo Schlachttiertransporte und Fleischtransporte subventioniert werden trifft das zu. “Es ist eine sehr ineffektive Art, sich zu Ernähren” meint Pollan “10 Pfund Korn werden verbraucht, um ein Pfund Rindfleisch herzustellen, sieben Pfund für ein Pfund Schweinefleisch, zwei Pfund für ein Pfund Hühnchen. Es ist auch eine Frage der Gerechtigkeit. Wenn wir wirklich nur einen begrenzten Vorrat an Cerealien haben, um die Welt zu ernähren, und wir 60% davon verbrauchen um unser Fleisch herzustellen, und 10% weitere, um unsere Autos anzutreiben, so wird das irgendwann sehr schwer zu rechtfertigen”
Jeder Einzelne kann eine Veränderung bewirken
“Ich glaube wirklich daran, dass Verbraucher etwas ändern können, auch wenn mir viele Naivität unterstellen.”sagt Pollan “Ich habe einfach zu oft gesehen, was passiert, wenn Verbraucher sich dafür entscheiden, ihre Kaufentscheidungen mit ihren Werten – ob moralisch oder politisch – zu verbinden. Es bewirkt Veränderung” Jeder Einzelne ist gefragt. “Die Nahrungsmittelindurstrie ist sehr sensibel, wenn es um Lebensmittelskandale geht. Diese können über Nacht Milliarden kosten. Sie ist also beeinflussbarer, als man denkt.” Michael Pollan plädiert dafür, “mit der Gabel zu wählen”.
Gerade der Bereich der Ernährung bietet eine gute Möglichkeit, Entscheidungen herbeizuführen. Während Menschen sich in vielen Bereichen politischer Entscheidungen hilflos führen, so ist gerade die Frage der Ernährung eine, die absolut im Bereich der persönlichen Kontrolle liegt. “Sie entscheiden jeden Tag, was Sie ihrem Körper zuführen, und was nicht. Das ist ein grundlegender politischer Akt.”

Das vollständige Interview ist auf Alternet zu lesen.

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Diät Tipps für die Feiertage

1. Dezember 2008

Bevor es zu den gefürchteten Feiertags-Pfunden kommt, hier einige Diät Tipps für die Weihnachtszeit.
Die Weihnachtszeit lädt zum Schlemmen ein: Plätzchen und Glühwein, Stollen und Weihnachtsgans, üppige Weihnachtsfeiern, Weihnachtsschokolade mit extra-leckerer Füllung. Da möchte man doch alle Disziplin vergessen und richtig “sündigen”. Die Folge: über Weihnachten nehmen die meisten Menschen einige Pfunde zu. Besonders ärgerlich für diejenigen, die das ganze Jahr schon gute Erfolge beim Abnehmen erzielen konnten. Im Januar heißt es dann doppelt fasten. Schade! Denn mit ein paar kleinen Kniffen kann man genießen – ohne zuzunehmen. Denn das ist das Hauptziel: nicht wieder oder erst gar nicht zunehmen.
Achten Sie auf die Portionsgröße
Wie bei allem im Leben macht die Menge das Gift. Ein Lebkuchen schadet nicht, 10 Lebkuchen schon eher. Achten Sie bei allem, was Sie zu sich nehmen auf die Menge. So können Sie ihre Lieblingsleckereien naschen, ohne zuzunehmen.
Bewegung wirkt Wunder
Bewegung an frischer Luft ist nicht nur hervorragend für die schlanke Linie, sie sorgt zusätzlich für Abhärtung, fördert die Immunabwehr, hebt die Laune und sorgt für Energie den ganzen Tag. Ein schneller Spaziergang von 30 Minuten an den meisten Tagen der Woche ist da schon völlig ausreichend. Zusätzlich die Treppe statt des Aufzugs benutzen, so oft wie möglich zu Fuß gehen und während der Arbeitszeit öfter aufstehen und richtig durchstrecken.
Einfach Tauschen
Manchmal reichen ein paar kleine Modifikationen, und aus der Kalorienbombe Weihnachtsmenü wird eine schlanke Angelegenheit. Frisches Gemüse oder Salat statt eines Kartoffelgratins als Beilage, das Fett aus dem Bratensaft entfernen, bevor er als Sauce weiterverarbeitet wird, ein Sorbet statt einer Sahnecreme als Dessert – wenn man die Kalorienbombe gegen die kalorienarme Variante tauscht, nimmt man nicht zu. Zwei Drittel des Tellers sollten mit gesunden Sachen gefüllt sein, und ein Drittel ist für kalorienschwere Köstlichkeiten reserviert.
Nicht hungrig auf Weihnachtsfeiern gehen
Wer hungrig auf eine Weihnachtsfeier geht, kann sich den vielfältigen Versuchungen nicht entziehen. Und dann wird es schnell die zweite oder dritte Scheibe Marzipanstollen – zu Lasten des Diätplans. Bevor Sie auf eine Feier gehen, sollten Sie etwas Gesundes essen. Jetzt ist die Jahreszeit für köstliche Clementinen, Mandarinen, Orangen und knackigen roten Äpfeln. Essen Sie etwas Obst oder einen Salat bevor sie losziehen, dann sind Sie gegen übermäßiges Essen gefeit.
Nicht aufgeben!
Sie haben also gesündigt. Sie konnten dem Nougat-Marzipan einfach nicht widerstehen, oder der Tafel Schokolade. OK. Nachgeben ist menschlich. Es passiert jedem. Nur sollte das nicht das Signal sein, jetzt hemmungslos zu essen und den Diätplan ganz aufzugeben. Von einem oder zwei Mal sündigen wird niemand (wieder) dick. Vom Aufgeben eines Diätplans allerdings schon. Geben Sie nicht auf!

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