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Archiv für Januar, 2009

Erfolgreich Abnehmen – so umgehen Sie die Diät Falle “Perfektionismus”

29. Januar 2009

Diätfalle Perfektionismus

Perfektionismus ist nicht gerade eine Eigenschaft, die man als Ursache für das Scheitern einer Diät in betracht ziehen würde. Viele Menschen denken, das gerade Perfektionisten, die ja besonderen Wert darauf legen, alles optimal zu machen, die Erfolgreichsten beim Durchhalten einer Diät sein müssten. Das ist nicht der Fall. Für ein Problem, dass bei einer Diät immer wieder auftaucht, sind Perfektionisten ganz besonders Anfällig. Wenn der Diät Plan nicht durchgehalten wurde, man also zu Schokolade oder Chips gegriffen hat, tendieren gerade Perfektionisten dazu, die Diät ganz aufzugeben, weil es ja nun nicht mehr perfekt läuft. Kennen Sie Gedanken wie: “Jetzt ist es auch schon egal, ich halte die Diät sowieso nicht durch!”?


Diät Tipp: Denken Sie in Mittelwerten

Natürlich tendieren wir alle dazu zu denken, dass wenn man einen Keks gegessen hat, der andere auch nicht mehr schaden kann. Trotzdem sollte man wegen eines Fehlers nicht gleich das ganze Diätvorhaben kippen. Lieber in Mittelwerten denken. Der langfristige Erfolg zählt. Wer partout von seinem Perfektionismus nicht lassen kann, kann Fehler aber auch nutzen, um sich umso stärker zu motivieren: wenn der eine Tag nicht erfolgreich gelaufen ist, kann man sich vornehmen, dafür am nächsten Tag umso gesünder zu essen, um den Fehler wieder gut zu machen.

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Richtig Abnehmen: Wie Sie Gewichtszunahme durch Stress verhindern

28. Januar 2009

Stress ist ein wichtiger Faktor bei der Gewichtszunahme. Viele Menschen essen unter Stress mehr und ungesünder. Die Folge: der Taillenumfang nimmt zu, man fühlt sich schlapp, was den Stress noch erhöht. Richtig Abnehmen fängt auch im Kopf an, und bei den richtigen Entspannungstechniken. Wenn Sie zu denjenigen gehören, die unter Stress gerne zu fettreichen und süßen Snacks und Fertiggerichten greifen, so helfen die folgenden Tipps:


Entspannung statt Schokoriegel

Wenn Sie unter Stress stehen, produziert ihr Körper mehr Cortisol. Das ist ein Stresshormon, was unter anderem dafür sorgt, dass die Lust auf süße und fettreiche Nahrungsmittel steigt. Also die Lebensmittel, die ungesund und kalorienreich sind. Wer regelmäßig unter Stress steht, und sich nicht zwischendurch entspannt, wird feststellen, dass Cortisol nicht nur für eine vermehrte Lust auf ungesunde Nahrung sorgt, sondern auch andere schädliche Wirkungen auf den Körper hat: Herzrasen, Schmerzen in der Brust, allgemeine Abgeschlagenheit und mehr. Statt zum Schokoriegel zu greifen helfen Entspannungstechniken, Gespräche und Sport.
Mit einem Freund oder der Familie über die eigene Situation zu sprechen, hilft, Stress abzubauen und die Ursachen dafür zu benennen und Hilfe bei der Bewältigung von Problemen zu finden.
Ein Tagebuch zu schreiben hat viele Vorteile: hier kann man frei über die eigenen Gefühle schreiben, sie analysieren und zum Kern des Problems vordringen. Bevor sie zu einer Tüte Chips greifen, greifen Sie lieber zu Stift und Papier.
Sport ist nicht nur eine gute Methode, angestaute Energie abzubauen. Nichts wirkt entspannender, als sich nach einem stressreichen Tag bei einer Sportart, die man mag, ordentlich auszupowern. Bewegung sorgt für die Ausschüttung von Endorphinen, den körpereigenen Glückshormonen, und damit für ein seelisches Hoch. Außerdem ist regelmäßige Bewegung gut für die schlanke Linie.
Entspannungsübungen wie Meditation, Progressive Muskel Relaxation oder Yoga helfen auch, Stress zu reduzieren.

Probleme lösen

Auch ungelöste Probleme können die Ursache für zu viel Essen und damit für Gewichtszunahme sein. Eine schwierige Beziehung, familiäre Probleme, Mobbing am Arbeitsplatz – viele Situationen sind sehr belastend. Manche Menschen versuchen, ihre negativen Gefühle durch Essen zu überdecken. Eine bessere Lösung wäre es, die eigenen Probleme anzugehen. Die Beziehungsproblematik durch Gesprächstechniken angehen, mit dem Vorgesetzten sprechen oder den Job wechseln.

Und wenn nichts hilft ?

Wer emotionales Essen auch mit den besten Entspannungstechniken nicht ganz verhindern kann, hat immer noch die Möglichkeit, zu gesünderen Alternativen zu greifen. Statt Cola Mineralwasser trinken, Gemüsesticks oder gesunde Snacks statt Chips essen, ein wenig dunkle Schokolade statt eines Schokoladenriegels oder einer Schoko-Sahnetorte naschen. Das ist gesünder, und bringt Vitamine und Mineralstoffe für die Fitness.

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Vollwertiger Ernährungsplan nach der Deutschen Gesellschaft für Ernährung

21. Januar 2009

Die ehrwürdige Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat einen Ernährungsplan herausgegeben, mit zehn Grundregeln, die vollwertig und gesund Essen einfach machen. Dabei geht es nicht um die Empfehlung von bestummten Diäten und Zubereitungsarten, sondern um Richtlinien, die es jedem erlauben, gesund zu essen. Eine Diät ist ursprünglich ja auch eine spezielle Ernährung für Erkrankte, wie etwa Diabetiker oder Nierenpatienten. Beim Abnehmen geht es jedoch um eine Ernährungsumstellung, die dauerhaft ein gesundes Gewicht und Fitness bringt.
Regeln einfach und übersichtlich
1. Die erste Regel besagt: vielseitig Essen! Das bedeutet Abwechslung auf dem Teller und Genuss, und dazu stellt man so die ausreichende Zufuhr von allen wichtigen Nahrungsbestandteilen sicher. Warum nicht einmal Experimentieren? Eine Ernährungsumstellung wird so spannender und fällt leichter.
2.Die zweite Regel: Getreideprodukte Essen, mehrmals am Tag und reichlich Kartoffeln. Natürlich ist es am besten, wenn hier zu möglichst unverändertem vollen Korn gegriffen wird. Da Körner aber nicht jedermanns Sache sind, sind auch Brot, Reis und Nudeln durchaus wünschenswert. Ganz besonders, wenn sie einen hohen Vollkornanteil haben. Diese Lebensmittel enthalten Stärke, liefern die Energie für den anstrengenden Alltag und machen lange satt. Warum nicht auch einmal Couscous ausprobieren? Es ist pures Getreide und leicht zuzubereiten.
3. Die dritte Regel: 5 Mal am Tag frisches Obst und Gemüse, nur kurz gegart oder roh, zu jeder Mahlzeit oder als Zwischenmahlzeit. Nicht erst seit der Kampagne “5 am Tag” in aller Munde: frisches Obst und Gemüse liefern alle wichtigen Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe, sowie Ballaststoffe, die gut für die Verdauung sind. Außerdem schmeckt frisches Obst und Gemüse einfach lecker.

4. Die vierte Regel: täglich Milch, Milchprodukte und Käse, einmal in der Woche Fisch. Hier auf den Fettgehalt der Nahrungsmittel achten. Fleisch, Wurstwaren sowie Eier in Maßen. In Maßen bedeutet 2 bis 3 Mal pro Woche. Durch Milch und Milchprodukte wird der Calciumbedarf des Körpers gedeckt, in Eiern und Fleisch sind Vitamine der B-Gruppe, in allen diesen Lebensmitteln ist viel Protein. Wer sich vegetarisch oder vegan Ernähren möchte, sollte auf die ausreichende Zufuhr von B-Vitaminen und Calcium achten. Soja und andere Hülsenfrüchte enthalten viel natürliches Protein, B-Vitamine kann man auch über spezielle Präparate zu sich nehmen.
Wenig Fette, wenig Salz und Zucker und viel Wasser
5.Regel Nummer 5: Wenig Fett und Fettreiche Lebensmittel, möglichst Fette pflanzlicher Herkunft verwenden. Fette sind lebensnotwendig, aber eben sehr kalorienreich. Deshalb: möglichst wenig Fett essen. Pflanzliche Fette enthalten mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die für den Körper essentiell sind, sie sollten deshalb einmal täglich gegessen werden: also etwa in einem Salat mit Olivenöl oder einem Avocado-Dip.
6.Die sechste Regel: Zucker und Salz in Maßen. Das Zucker nicht gerade gut für die Zähne ist, ist ja jedem bekannt. Zucker hat außerdem den Nachteil, dass er für ein kurzfristiges Kreislauf Hoch sorgt – mit anschließendem Absturz. Außerdem hat Zucker ein hohes Suchtpotential. Er sollte also als Gewürz genutzt werden. Vorsicht: in den meisten Fertiggerichten ist ein hoher Anteil Zucker.
Wer zu viel Salz isst, belastet seine Nieren erheblich, was auf Dauer zu einer Schädigung führen kann. Außerdem sorgt eine salzreiche Ernährung für hohen Blutdruck. Nahrungsmittel wie Käse, Wurst oder Schinken enthalten von sich aus sehr viel Salz. Wer solche Lebensmittel gerne isst, sollte auf zusätzliche Salzzufuhr verzichten.
7.Die siebte Regel: Reichlich Flüssigkeit, 1,5 Liter Wasser, Mineralwasser, Kräuter oder Früchtetee täglich. Alkohol nur in kleinen Mengen, und auch Getränke wie Cola oder Fanta, die sehr zuckerreich sind, nur in kleinen Mengen. Diät-Cola ist übrigens auch nicht gesund: die künstlichen Süßstoffe sind zwar nicht schädlich, aber auch nicht eben förderlich, und das Coffein in der Cola tut sein Übriges.
8.Regel Nummer Acht: Die Speisen schmackhaft und schonend zubereiten. Nicht zu heiß, sondern bei möglichst niedrigen Temperaturen, mit Phantasie gewürzt. Schonende Zubereitung erhält die Vitamine und anderen Nährstoffe im Essen. Und den natürlichen Geschmack, was ein Mehr an Genuss bedeutet.
9.Die neunte Regel: Nehmen Sie sich Zeit, genießen Sie Ihr Essen. Erst nach etwa 20 bis 30 Minuten reagiert das Gehirn mit dem Signal “satt”. Wer sich Zeit lässt, isst weniger, und behält seine schlanke Linie. Außerdem ist es eine Wertschätzung des Essens, dass sorgfältig zubereitet wurde.
10.Die zehnte Regel: Bleiben Sie in Bewegung. Auch wenn das nicht gerade der Bestandteil eines Ernährungsplans ist: Bewegung ist das A und O beim fit bleiben. Bewegung sollte Spaß machen und in den Alltag eingebaut werden: Treppe statt Lift, einmal zu Fuß zum Einkaufen gehen und dabei das eigene Viertel neu entdecken, Tanzen – jede Form der Bewegung ist gesund.

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Essen ohne Fett? Was sind Fette eigentlich?

20. Januar 2009

Fett: Allein das Wort hat schon einen negativen Beiklang, wenn man mal von der Jugendsprache absieht. Soll man essen ohne Fett? Ist Fett der Hauptverursacher von Übergewicht? Viele Menschen wissen gar nicht, was Fett und Cholesterin eigentlich ist, wie es aufgebaut ist und warum der Körper Fette braucht.
Kohlenstoff, Wasserstoff und Vitamine
Wie jedes Organische Molekül ist auch Fett in erster Linie aus Kohlenstoff und Wasserstoff aufgebaut. Dabei entscheidet die Art des Aufbaus über die Eigenschaft des Fetts. Fette in unserer Nahrung bestehen aus unterschiedlich langen Ketten aus den beiden oben genannten Atomen, die Fettsäuren, und aus Glycerin. Sie enthalten weiterhin fettlösliche Vitamine, Farb- und Aromastoffe und Antioxidantien, die die Fette vor Verderb schützen. In vielen Fettsäuren sind so viele Wasserstoffatome enthalten, wie es nach den Gesetzen der chemischen Bindung möglich ist, sie sind gesättigt, woher der Name „gesättigte Fettsäuren“ stammt. Es gibt auch Fettsäuren, die 2, 4,6 oder 8 Wasserstoffatome weniger haben, man nennt sie „einfach ungesättigt“ oder „mehrfach ungesättigt“, je nach dem wie viele Wasserstoffatome fehlen. Weiterhin unterscheidet man kurz-, mittel- oder langkettige Fettsäuren, je nach dem wie lang die Kette von Atomen ist. Die mittelkettigen Fettsäuren werden leichter vom Körper aufgenommen, kommen aber in der Nahrung nur selten vor.

Lebensnotwendige Fettsäuren
Gesättigte und einfach ungesättigte Fettsäuren kann der Körper selbst aufbauen. Nicht aufbauen kann der Körper jedoch mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Sie sind daher für den Körper essentiell – das bedeutet lebensnotwendig. Zu ihnen gehören hauptsächlich die Omega-6-Fettsäuren, die in Fischölen und manchen Pflanzenölen, wie beispielsweise Lein- oder Rapsöl, enthalten sind. Die Omega-6-Fettsäuren schützen bei Kleinkindern vor entzündlichen Hauterkrankungen, bei Erwachsenen vor Herz- und Gefäßkrankheiten. Die Fette werden vom Körper für die Synthese von Hormonen benötigt, auch die Umhüllung von Nervenzellen besteht aus besonderen Fetten. Essen ohne Fett kann also im schlimmsten Fall bedeuten, dass man auf diese lebensnotwendigen Nährstoffe verzichtet. Dazu kommt, dass viele Vitamine vom Körper nur mit Fett aufgenommen werden können: Vitamin A, D, E und K gelangen nur in Fett gelöst über den Lymphfluss aus dem Darm in den Körper, und von dort aus in die Leber, die unser “Verteilungs- und Verarbeitungs-” Organ für alle Nährstoffe ist. Fettfreies Essen bedeutet also auch, dass diese Vitamine nicht mehr aufgenommen werden können.
Die Dosis macht das Gift
Fette sind die Energie-Speicher der Natur. Sie enthalten doppelt so viele Kalorien wie dieselbe Menge Kohlenhydrate oder Proteine. Wer Kalorien sparen will, sollte deshalb nicht zuviel Fett zu sich nehmen. Außerdem sollte er darauf achten, dass es sich um ungesättigte Fette handelt. Fleisch enthält gesättigte Fette, ebenso wie Milch und Milchprodukte.

Beispiel für ein Fett. Die Struktur links im Bild ist das Glycerin, die Dreiecks-Ketten rechts die Fettsäuren. Fehlende Wasserstoffmoleküle werden mit Doppelstrichen symbolisiert. Quelle: Wikimedia Commons

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Gesund Abnehmen, gesunde Ernährung – Das verlorene Wissen

19. Januar 2009

In einem Blog über gesund Abnehmen und gesunde Ernährung muss natürlich auch die Frage gestellt werden, wie es so weit kommen konnte, dass niemand mehr weiß, was gesunde Ernährung eigentlich ist. Sogar Experten streiten sich erbittert über diese Frage. Der Markt wird mit Studien und Ratgebern überschwemmt, es scheint, als würde der Druchschnittsmensch ohne den Rat eines Ernährungsexperten keinen Bissen mehr zum Mund führen dürfen. Die Frage der Ernährung hat mittlerweile den Status einer Religion erreicht, mit Gläubigen, Priestern und den obligatorischen Fanatikern. Dabei war doch alles einmal so einfach. Wie konnte es so weit kommen? Noch erstaunlicher ist die Tatsache, dass Menschen zwar viele Ratgeber lesen, aber über das worum es geht, das Essen, erstaunlich wenig wissen. Fest steht, dass wir täglich Nahrungsmittel zu uns nehmen, von denen wir nicht genau wissen, woher sie stammen, wie sie verarbeitet wurden, wie sie konserviert werden und welche nicht-organischen Stoffe hinzugefügt wurden. Über diese Fragen und die Konsequenzen daraus machen sich nicht einmal Experten Gedanken.

Die Fakten sprechen für sich

Die WHO spricht von einer epidemieartigen Zunahme gefährlichen Übergewichts. Während eine Milliarde Menschen auf der Welt hungern, zwei weitere Milliarden vom Hunger bedroht sind, sind eine Milliarde Menschen gefährlich übergewichtig, im Sinne dass sie so viel wiegen, dass es für ihre Gesundheit schwere Konsequenzen, bis hin zur Lebensbedrohung hat.
Einer der Gründe dafür ist Vereinheitlichung der Essensgewohnheiten nach Vorbild der Industriestaaten, allen voran der USA. Zu viel Fleisch, zu viel Weißmehl, zu viel Zucker – die McDonaldisierung schreitet unaufhaltsam voran. Auch das steht im direkten Zusammenhang mit Übergewicht, wie Studien bewiesen.
Immer weniger Menschen in Industrienationen verstehen sich auf die Zubereitung von Speisen. Sie können nicht kochen. Das Essen zu machen bedeutet für sie etwas aufzuwärmen oder in den Ofen zu schieben, was schon fertig zubereitet und gewürzt geliefert wird. Diese Tatsache steht ebenfalls in direktem Zusammenhang mit oben genannten Zahlen.
Noch weniger Menschen wissen, was sich in dem, was sie essen, eigentlich befindet. Zwar finden redliche Bemühungen statt, schon in Kindergarten und Schule “Gesunde Ernährung” auf den Lehrplan zu schreiben, diese Kurse antworten aber in den seltensten Fällen auf die Frage: Aus welchem Land stammen meine Nahrungsmittel? Wie wurden sie gezogen, gezüchtet, gefüttert, geerntet? Wie wurden sie vor Schädlingen geschützt? Befinden sich in meiner Nahrungskette genetisch veränderte Organismen? Wie wirken sich die Futtermittel auf die Tiere aus, deren Fleisch ich esse, und deren Milch ich trinke? Wie wurden die Rohstoffe verarbeitet? Welche Maschinen werden dafür verwendet, wie werden diese gereinigt? Was bedeuten die chemischen Bezeichnugnen auf dem Etikett? Welche Auswirkungen haben diese Stoffe auf meinen Körper? Diese Fragen als lästig oder irrelevant abzutun, kommt eigentlich dem blinden Tasten in einem Schlangennest gleich.

Selig sind die Unwissenden?

Gammelfleischskandale, Salmonellen in Eiernudeln – das ist nur die Spitze des Eisbergs. Wussten Sie, dass Käfigeier sehr viel mehr Salmonellen und Colibakterien enthalten, als die Freilandvariante? Die Fütterung mit Antibiotika zerstört die Darmflora der Hühner, und damit die natürliche Barriere für diese schädlichen Erreger, die zwischen dem Darm und den Eileitern des Huhnes liegt. Die Reinigung der Eier vor dem Verkauf tut ihr übriges: sie zerstört den natürlichen Schutzfilm über dem Ei. Im Umkreis von 4 Kilometern um eine große Käfighuhnfarm darf nicht gebaut werden, da Luft und Boden verseucht sind. Dies ist keine Urbane Horrorgeschichte, sondern Bestandteil des Lehrplanes eines Veterinärmediziners. Sie mögen zwar auf den Kauf von Käfigeiern verzichten, aber die überwiegende Mehrheit der Fertiggerichte und alle Eiernudeln enthält genau diese Eier. Die Eier, die Mittags in ihrer Kantine serviert werden, sind Käfigeier. Eier aus Bodenhaltung sind übrigens keine Alternative, sondern die schlimmere Variante, weil nun keine schützenden Drähte um die Hühner sind, so dass Aggression und Verletzungen an der Tagesordnung sind, mit der Konsequenz, das mehr Antibiotika gefüttert werden müssen. Was Antibiotika angeht: es gibt eine Positivliste von Präparaten, die als Vorsorge gefüttert werden dürfen. Diese sind offiziell keine Antibiotika im Sinne von Medikamenten, sondern so genannte Leistungsförderer. Wie wirken sich diese Stoffe auf den menschlichen Körper aus? Können sie in Ihrem Blut nachgewiesen werden? Studien darüber gibt es nicht.

Änderung der Lebensmittel-Produktion und des Essverhaltens

Noch vor hundert Jahren wussten die meisten von uns ganz genau, woher das kam, was man so aß. Schließlich wurden die meisten konsumierten Lebensmittel selbst gezogen und hergestellt. Und auch noch nach dem Zweiten Weltkrieg war es durchaus üblich, einen Gemüsegarten zu pflegen, und nicht wenige Familien hatten ein Schwein oder Kleintiere wie Kaninchen, die für das Fleisch auf dem Tisch sorgten. Erst nach und nach hielt die Massenproduktion in der Tierhaltung und in der Lebensmittelherstellung Einzug. Damit geschah es aber auch zum ersten Mal, das ein Konsument nicht mehr direkt wusste, was er genau da auf den Tisch bekam. Der Prozess der Produktion wurde völlig von dem Verbrauch der Lebensmittel abgetrennt.
Während die Nahrungsmittelproduktion immer unübersichtlicher wurde, hielten die Massenmedien in den Haushalten Einzug, und mit ihnen die Werbungsindustrie, die alles daran setzte, den Verbrauchern aus der Ober- und Mittelschicht neue Arten des Einkaufs, des Kochens und damit auch des Essens nahezubringen. Es dauerte einige Jahrzehnte, bis die neuen Produkte völlig akzeptiert und ein neues Denken und vermeintliches Wissen bezüglich Ernährung bei den kritischen Hausfrauen entstanden war. Was lange Zeit ein sehr geschätztes Wissen gewesen war, das traditionell und sorgfältig von Mutter zu Tochter weitergegeben wurde, nämlich das Wissen um Verarbeitung und Konservierung frischer Gemüse, Mehl und Früchten, wurde nun abgelehnt und als irrelevant abgetan, gipfelnd darin, das nicht wenige Frauen heute sehr stolz darauf sind, nicht kochen zu können und das als Zeichen ihrer Befreiung und Emanzipation ansehen. Die sie gleichzeitig oft betreffende Hysterie bezüglich schlanker Linie und dem rastlosen Suchen nach der jung haltenden Ernährung sind geradezu ein Kabarettstückchen der Psyche. Während solche Unfähigkeit früher mit spöttischen Bemerkungen kommentiert wurden, so wurde sie mit der Zeit Zeichen eines höheren und begehrenswerten Status. Statt des Wissens um die Küche wurde nun die Kenntnis von Markenprodukten entscheidend für die moderne Hausfrau. Dabei ist es ein Mythos, dass Kochen viel Zeit in Anspruch nimmt. Und außerdem sollte die Herstellung vollwertigen Essens im Sinne der eigenen und der Gesundheit der Familie ein Zeitopfer wert sein. 164 Minuten verbringt ein Deutscher täglich vor dem Fernseher. Im Durchschnitt.

Die Historikerin und Schriftstellerin Ann Vileisis und der Foodwatch-Gründer und Ex-Greenpeace Vorstand Thilo Bode haben die Konsequenzen dieser Veränderung und dieses Verhaltens in ihren Büchern: “Kitchen Literacy” und “Abgespeist” genau beschrieben. Die Nahrungsmittelindustrie hat die tägliche Aufgabe übernommen, Familien zu ernähren, und behält sich das Wissen um Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln vor. Es scheint ein stillschweigendes Abkommen des Unwissens und Wegsehens zwischen den Verbrauchern und der zunehmend mächtigen Lebensmittelindustrie zu herrschen. Gipfeln tut dies in dramatischen Konsequenzen: der Konzern Monsanto, ein Lebensmittel- und Landwirtschaftsriese, meldet Patente auf Saatgut an. Soja, Raps, Mais – genetisch veränderte Öle und Samen aus der Feder von Monsanto prägen die landwirtschaftliche Landschaft weltweit. Da auch Verunreinigungen unters Patentrecht fallen, müssen Landwirte Lizenzrechte an den Konzern bezahlen, die das Saatgut gar nicht angepflanzt haben. Wer jetzt denkt: das ist woanders, was geht mich das an, darf nicht vergessen, dass in diesem Augenblick Lobbyisten an Schaltzentren in der EU und in der Regierung der Bundesrepublik sitzen, und unablässig daran arbeiten, Gensoja, Genmais und Genraps auch hier zum Standard zu machen. Monsanto ist damit auf dem besten Weg, die Produktion der wichtigsten Pflanzen für die Lebensmittelgewinnung (Maisstärke findet sich in fast jedem Fertiggericht) auf der ganzen Welt zu kontrollieren. Welche endgültigen Auswirkungen genetisch veränderte Nahrungsmittel auf den menschlichen und tierischen Organismus haben ist nicht bekannt, Studien dazu werden systematisch unterdrückt oder gar nicht erst gemacht.

Konsequenzen

Die Industrialisierung der Lebensmittelherstellung hatte dramatische Konsequenzen auf die Umwelt und die Landschaft. Flurbereinigung und Massentierhaltung sind dabei nur zwei Stichworte. Auch die Struktur ruraler Siedlungsgebiete hat sich nachhaltig verändert. Dazu kommt der Sparzwang in jeder Industrie, einschließlich der Lebensmittelindustrie, seit die Gewinnmaximierung, die als “unvermeidliche Globalisierung” verkauft wird, als einziges Ziel der Marktwirtschaft gilt. Qualität und Wert von Nahrungsmitteln werden dadurch nicht eben besser, was sich letztendlich auf die Gesundheit der Verbraucher auswirkt. In mehrfacher Hinsicht. Das Wasser, das wir trinken, die Luft, die wir atmen – all das wird auch durch die Art der betriebenen Landwirtschaft beeinflußt.

Es ist an der Zeit, sich das Wissen ums Essen zurückzuholen und als Verbraucher konsequente Entscheidungen gegen ungesunde, hoch verarbeitete Nahrung zu treffen. Nicht nur im Sinne der schlanken Linie, sondern auch weil diese Entscheidungen einen Einfluss auf unsere Gesundheit, auf unsere Landschaft, auf die Landwirtschaft und auf unsere Umwelt haben.

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